Die psychische Gesundheit ist einer der wichtigsten — und am meisten übersehenen — Aspekte des menopausalen Übergangs.

Die Forschungslage ist eindeutig:

Eine bahnbrechende Studie von Freeman et al. (2006), veröffentlicht im *Archives of General Psychiatry*, ergab, dass Frauen in der Perimenopause ein 2- bis 4-fach erhöhtes Risiko für klinisch signifikante depressive Symptome haben im Vergleich zu prämenopausalen Frauen. Dies schließt Erstdepressionen bei Frauen ohne psychiatrische Vorgeschichte ein. Die SWAN-Studie hat ebenfalls ein erhöhtes Depressionsrisiko während des menopausalen Übergangs bestätigt, wobei 45–68 % der perimenopausalen Frauen über depressive Symptome berichten. SWAN fand zudem heraus, dass eine höhere Variabilität von Östradiol und FSH während des Übergangs mit vermehrten depressiven Symptomen verbunden ist (Epperson et al., *J Clin Endocrinol Metab*, 2020).

Warum passiert das?

Östrogen und Progesteron beeinflussen die Produktion, Freisetzung und Wiederaufnahme wichtiger Neurotransmitter:

  • Serotonin — Stimmung, Appetit, Schlaf (Östrogen steigert die Serotoninproduktion und Rezeptorempfindlichkeit)
  • Dopamin — Motivation, Freude (Östrogen moduliert Dopamin-Signalwege)
  • GABA — Ruhe, Entspannung (der Progesteron-Metabolit Allopregnanolon verstärkt die GABA-Aktivität; sinkt Progesteron, lässt diese beruhigende Wirkung nach)
  • Noradrenalin — Stressreaktion

Die Schwankungen — nicht nur die niedrigen Spiegel — destabilisieren diese Systeme. Deshalb können Stimmungssymptome in der Perimenopause unvorhersehbar sein.

Angstzustände:

Neu auftretende Angstzustände sind in der Perimenopause extrem häufig. Frauen berichten oft von innerer Unruhe, rasenden Gedanken oder erstmaligen Paniksymptomen. Dies als Perimenopause-Symptom zu erkennen, ist entscheidend für die richtige Behandlung.

Was zu tun ist:

  • Sprechen Sie mit Ihrem Arzt sowohl über Hormontherapie als auch über psychische Gesundheitsoptionen
  • Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) hat starke Evidenz sowohl für Hitzewallungs-Belastung als auch für Stimmungssymptome — Evidenzgrad I, empfohlen von der Menopause Society (2026) und NICE (aktualisiert 2026)
  • Regelmäßiges Ausdauertraining (30 Min., 5x/Woche) ist bei leichter bis mittelschwerer Depression ebenso wirksam wie milde Antidepressiva
  • SSRI/SNRI in niedriger Dosierung können helfen — Paroxetin, Escitalopram, Venlafaxin reduzieren auch Hitzewallungen
  • Hormontherapie allein kann in manchen Fällen Stimmungssymptome ohne Antidepressiva beheben

⚠️ Bei Gedanken an Selbstverletzung wenden Sie sich bitte sofort an den Notdienst oder eine Krisenhotline.