Viele Frauen sind unsicher, wann sie bei Perimenopause- oder Menopause-Symptomen ärztliche Hilfe suchen sollten. Hier ist eine praktische Orientierung.

Wann Sie einen Termin vereinbaren sollten:

  • Wenn Symptome Ihre Lebensqualität beeinträchtigen (Schlaf, Arbeit, Beziehungen)
  • Wenn Sie neue, schwere oder beunruhigende Symptome bemerken
  • Wenn Ihre Periode sehr stark oder verlängert ist (Binden/Tampons stündlich durchnässt)
  • Wenn Sie Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr oder zwischen den Perioden haben
  • Wenn Sie unter 40 sind und Perimenopause vermuten (mögliche primäre Ovarialinsuffizienz — POI betrifft 1–2 % der Frauen bis zum Alter von 40)
  • Wenn Sie Behandlungsoptionen besprechen möchten, einschließlich HRT
  • Wenn Sie Risikofaktoren für Osteoporose oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben

Wie die Menopause diagnostiziert wird:

  • Die klinische Diagnose (Zyklusanamnese + Symptome) ist in den meisten Fällen ausreichend
  • FSH-Werte über 25–30 IE/L deuten auf den menopausalen Übergang hin
  • FSH schwankt während der Perimenopause — ein einzelner Test kann irreführend sein
  • Schilddrüsenfunktionstests (TSH) werden empfohlen — Schilddrüsenerkrankungen ahmen Wechseljahrsbeschwerden nach
  • AMH kann die ovarielle Reserve anzeigen, wird aber nicht routinemäßig für die Menopause-Diagnose empfohlen
  • Laboruntersuchungen sind unerlässlich, um Schilddrüsenfunktionsstörungen auszuschließen, die Wechseljahrsbeschwerden nachahmen können

Wie Sie sich auf Ihren Termin vorbereiten:

1. Dokumentieren Sie Ihre Symptome über 2–4 Wochen (die App kann einen Bericht zum Teilen erstellen)

2. Notieren Sie Ihr Zyklusmuster (Länge, Stärke, ausgelassene Monate)

3. Listen Sie Ihre Hauptanliegen und Fragen auf

4. Bringen Sie Ihre Krankengeschichte mit (Operationen, Medikamente, Familiengeschichte)

5. Fragen Sie gezielt nach:

  • Ob HRT für Sie geeignet ist
  • Vaginaler Gesundheit (falls zutreffend)
  • Knochengesundheits-Screening
  • Kardiovaskulärer Risikobewertung
  • Psychischer Gesundheitsunterstützung, falls erforderlich

Den richtigen Arzt finden:

  • Nicht alle Ärzte sind gleichermaßen in der Menopause-Betreuung erfahren. Die Menopause Society führt ein Verzeichnis zertifizierter Fachkräfte
  • Ein Gynäkologe oder Endokrinologe mit Menopause-Ausbildung ist ideal
  • Wenn Ihr Arzt Ihre Anliegen abtut, holen Sie eine Zweitmeinung ein. Britische Studien zeigen, dass etwa 1 von 3 Frauen das Gefühl hat, dass ihrem Hausarzt Menopause-Wissen fehlt, und nicht-binäre und trans Personen sehen sich zusätzlichen Hürden gegenüber